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Wissenswertes

Sie finden hier Informationen, die für alle Arten der Tang-Keramiken zutreffen. In den Bereichen Pferde, Kamele, Menschen und Gefäße finden Sie immer einen Punkt "Wissenswertes & Anekdoten". Gehen Sie bitte von hier aus direkt zu

 

Einführung

Tang-Keramiken sind Grabbeigaben, die der Seele des Verstorbenen einen angenehmen Aufenthalt im Jenseits ermöglichen sollen. Diese Sitte hat in China eine lange Tradition.

In der Zeit der Tang-Dynastie (618-907) nahm sie aber derart überhand, daß Vorschriften erlassen werden mußten, um die Anzahl dieser Beigaben zu begrenzen. Dennoch fanden sich in Gräbern nicht selten Hunderte von Gefäßen mit Speisen, raffiniert gekleideten Tänzerinnen, Kamele und ihre bärtigen Treiber und nicht zuletzt die berühmten Tang-Pferde.

 

Geschichtlicher Hintergrund

Die Tang-Zeit (618-907) wird als das "Goldene Zeitalter Chinas" bezeichnet. Chang´an war zu dieser Zeit mit nahezu 2 Millionen Einwohnern, darunter „Abgesandte aus unzähligen Ländern“, die Hauptstadt Chinas. Es war das Rom Asiens und lag an der Endstation der Seidenstraße, dem legendären Handelsweg zwischen West und Ost. Hier trafen ständig neue Karawanen ein, die nicht nur exotische Waren, sondern auch neue Ideen ins Land brachten.

Internationalität bestimmte die Atmosphäre in Chang´an, der „Stadt des langen Friedens“. Die  Tang-Dynastie gilt zu Recht als die weltoffenste Epoche der chinesischen Geschichte. Daraus  erklären sich auch die oftmals ausländischen Gesichtszüge der Figuren.

Eine interessante Darstellung der Tangzeit finden Sie im Focusartikel Im Reich der Tang-Dynastie von Gudrun Meyer, der die Ausstellung „Die Tang-Dynastie und das kulturelle Erbe der Seidenstraße“ beschreibt, die 1993 in Dortmund stattgefunden hat.

 

Herstellung

Grundsätzlich kann zwischen Keramiken mit Kaltbemalung und der Dreifarbenglasur unterschieden werden.

Die Dreifarbenglasuer der Tang-Dynastie entwickelte sich aus den gelb- und grünglasierten Tonarbeiten in der Han-Dynastie (206 v.Chr.-220). Die Keramiken wurden meistens nur mit einer Farbe bemalt, Gelb oder Grün.

Die "Dreifarbenkeramik" ist ein Sammelbegriff für die Tongegenstände mit der Bleiglasur. Auf einem Objekt kommen drei Farben vor, wie Gelb, Grün und Weiß oder Gelb, Grün und Blau. Aber manchmal nur eine Farbe oder gleich fünf Farben.

Die Hauptbestandteile der Glasur sind Blei und Quarz. Die Farben entstehen durch die Zugabe von Kupfer-, Eisen- und Kobaltoxyd. Letzteres ergibt die blaue Glasur. Da Kobaltoxyd aber importiert werden mußte und sehr teuer war, sind Originale mit blauer Glasur äußerst selten und heute sehr wertvoll.

Tang-Keramiken werden zweimal gebrannt. Der erste Brand findet bei ca. 1000 °C statt. Dann werden die Glasuren aufgetragen und bei 800 °C - 900 °C gebrannt. Die Farbglasuren verflüssigen sich beim Brennen, dadurch entstehen die Farbabstufungen und Farbverläufe.

 

Ausgrabungen

Chinesen haben von jeher einen Ahnenkult betrieben, wie er den Völkern des Westens unbekannt ist. Die Gräber der Tang Kaiser und der früheren Herrscher blieben Jahrhunderte lang unangetastet. Erst nach 1898, als nach dem Boxeraufstand die europäischen Kaufleute in das Land strömten, begann ihre Plünderung. Die Europäer erkannten schnell die Schönheit und den Wert der Gefäße und Statuen.

Durch die Bestattung und durch unachtsame Behandlung bei der Ausgrabungen wurden viele Figuren beschädigt und mussten restauriert werden.